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Was sind Bärengalle-Farmen?

Auf einen Blick

Bärengalle-Farmen sind Einrichtungen, in denen Bären — meist Mondbären — jahrelang in engen Käfigen gehalten werden, um ihre Gallenflüssigkeit für Produkte der traditionellen Medizin zu gewinnen. Die Entnahme ist schmerzhaft und führt zu Infektionen, Tumoren und schweren Verhaltensstörungen.

Zuletzt aktualisiert

  • Der Mondbär gilt laut IUCN als gefährdet (Vulnerable). (IUCN Rote Liste)
  • Der Wirkstoff der Bärengalle (Ursodesoxycholsäure) ist synthetisch und pflanzlich verfügbar. (Pharmazeutische Fachliteratur)

In Bärengalle-Farmen werden Bären — vor allem Mondbären, erkennbar an der hellen Mondsichel auf der Brust — über viele Jahre in Käfigen gehalten, in denen sie sich kaum umdrehen können. Ihre Gallenflüssigkeit wird regelmäßig entnommen und in Produkten der traditionellen Medizin verkauft.

Die Entnahme geschieht über Katheter, offene Wunden oder sogenannte „Free-Dripping"-Methoden — alle schmerzhaft und häufig mit Infektionen, Tumoren und frühem Tod verbunden. Viele Tiere zeigen schwere Verhaltensstörungen wie endloses Schaukeln und Kopfschlagen gegen die Gitter.

Dabei ist die Galle medizinisch überflüssig: Der Wirkstoff (Ursodesoxycholsäure) ist längst synthetisch und pflanzlich verfügbar. WARN-Partner retten Bären aus Farmen, versorgen sie tierärztlich und geben ihnen in Schutzzentren ein würdevolles Leben zurück — Auswilderung ist nach Jahren im Käfig meist unmöglich.

Mondbär mit dem hellen Halbmond auf der Brust in einem Schutzzentrum nach seiner Rettung Mehr dazu Bären — unser Porträt

Weitere Fragen

Sind Bärengalle-Farmen nicht verboten?
In einigen Ländern ja — Vietnam etwa hat die Haltung formal beendet, doch illegale Farmen bestehen fort. In anderen Ländern ist die Haltung noch legal oder wird geduldet. Der Handel mit Bärenprodukten ist international durch CITES verboten.
Was passiert mit geretteten Bären?
Sie kommen in Schutzzentren mit großen, artgerechten Gehegen: tierärztliche Erstversorgung, Beschäftigung, Sozialkontakt mit anderen Bären. Die meisten bleiben lebenslang in Obhut, weil sie nie gelernt haben, in freier Wildbahn zu überleben.

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